24.08.2018, 16:24 Uhr
„Wer mit dem Finger auf andere zeigt, zeigt immer auch auf sich selbst“
CDU-Chef Litzinger kritisiert Bürgermeister Glöckner wegen Vorwurf der Falschaussage

Mit den Stimmen von SPD, FDP und dem Grünen Heiner Hartmann hat die Gelnhäuser Stadtverordnetenversammlung ihr „Ja“ zu einem City-Outlet erneuert. CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Litzinger, dessen Partei geschlossen gegen die Vorlage votierte, hält diese Entscheidung nach wie vor für falsch. Übel stößt ihm zudem auf, dass Bürgermeister Glöckner den Gegnern der Outlet-Lösung vorgeworfen hatte mit Falschaussagen zu operieren. Litzinger: „Wer mit dem Finger auf andere zeigt, zeigt mit drei anderen immer auf sich selbst. Die Aussage von Daniel Glöckner, der dritte potenzielle Investor im Bunde, Manfred Reker, habe grundsätzlich kein Interesse mehr an einer Präsentation seiner Pläne, die u.a. ein Tagungshotel umfassen, vor den städtischen Gremien, sind schlichtweg falsch.“

 

Das gehe eindeutig aus einem Schriftwechsel Rekers mit der Rathausspitze hervor, der ihm ebenfalls vorliege. „Manfred Reker hat eine Präsentation an die Bedingung geknüpft, dass im Vorfeld keine Vorfestlegung durch den Magistrat auf die Outlet-Lösung erfolgt. Das war leider nicht der Fall, deswegen hat sich Herr Reker zurückgezogen - nicht ohne sein Angebot zu erneuern, bei einer Neubewertung der Situation durch die Stadt weiterhin zur Verfügung stehen.“ Es sei bezeichnend, dass die Verantwortlichen nun versuchten, die Wahrheit zu ihren Gunsten „glattzubügeln“.

Dass man offenbar kein Interesse daran habe, ohne Scheuklappen nach der für die Stadt beste Lösung zu suchen, zeige auch die Tatsache, dass ein Änderungsantrag auf Einholung eines Expertengutachtens vor dem Verkauf der Immobilie seitens der Mehrheitsfraktionen abgebügelt worden sei. Ja mehr noch: nachdem die SPD vorher eine Zustimmung zu besagtem Antrag signalisiert habe, habe sie bei der Abstimmung ohne nachvollziehbare Begründung einen Rückzieher gemacht und mit Nein gestimmt. „Das zeugt nicht von Verlässlichkeit und ist kein guter parlamentarischer Umgang miteinander.“

Das Votum der Stadtverordnetenversammlung sei nun freilich zu akzeptieren, auch wenn es aus Sicht der CDU sowohl an Rückhalt in der Bevölkerung, als auch an weiteren wichtigen Voraussetzungen für das Projekt mangele. Litzinger: „Ungelöst ist weiterhin die Verkehrsproblematik, darüber hinaus verfügen beide potenzielle Investoren über keinerlei relevante Vorerfahrung. Hinzu kommt, dass die vorhandene Verkaufsfläche laut Expertenmeinung zu klein ist. Die bereits etablierte Konkurrenz, beispielsweise in Wertheim, wird den Druck zusätzlich erhöhen.“ Premium-Marken würden ohnehin nicht in der Barbarossastadt zu finden sein; das lasse sich auch daran ablesen, dass namhafte Investoren aus der Outlet-Branche zu keinem Zeitpunkt Interesse am Standort Gelnhausen gezeigt hätten. Einzig die Tatsache, dass der Kreis eventuell als Ankermieter in die oberen Etagen einziehen wollen, sorge für etwas Entspannung – von dieser Lösung hätten allerdings auch andere Investoren profitieren können.

Nachdenklich stimmt den CDU-Chef die Tatsache, dass beide Interessenten mit Planzahlen operieren, die noch unter dem tatsächlichen Ergebnis des ehemaligen Kaufhauses Joh im letzten Jahr vor der Schließung im Jahr 2013 liegen. Aufhorchen lasse zudem ein Bürgerentscheid im nur einige Kilometer entfernten Pohlheim bei Gießen: Dort wurden die Pläne für ein Outlet in einer Bürgerbefragung mehrheitlich abgelehnt. „Offenbar haben SPD, FDP und Heiner Hartmann den Glauben an eine erfolgreiche Zukunft Gelnhausens als Outlet-Leuchtturm ziemlich exklusiv“, so Litzinger.

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