17.03.2011, 16:24 Uhr
Offener Brief an Pia Horst
Guten Tag Frau Horst,
Sie haben es also wieder getan. Nach Ihren Beleidigungen vor nicht einmal zwei Wochen, die CDU
in Gelnhausen sei „verdorben“, mit der sie über 200 Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, die
Mitglied der CDU sind, pauschal beschimpft haben, versuchen Sie nun als Nuklearexpertin im
Kommunalwahlkampf zu punkten.
 Angesichts des Leids in Japan durch Erdbeben und Tsunami
sowie der noch nicht absehbaren Folgen durch die schwer beschädigten Atomkraftwerke disqualifizieren Sie sich einmal mehr selbst. Für die Funktion der SPD-Vorsitzenden mag dieser Stil ausreichend
sein, für die Position einer ehrenamtlichen Stadträtin, die Menschen zusammenführen soll, reicht es definitiv nicht.

Was hat Ihr Beitrag und Ihr direkter Angriff auch gegen meine Person bewirkt? Hat er den Menschen in Japan geholfen? Ich glaube nein. War er ein sinnvoller Beitrag für die nun erneut zu führende energiepolitische Debatte in Deutschland, bei der auch ich - das gebe ich offen zu - umdenken
muss? Ich glaube nein. War er ein qualifizierter Beitrag für die Kommunalpolitik in unserer schönen Stadt Gelnhausen? Ich denke nein.

Offensichtlich ging es Ihnen nur um eine schnelle Schlagzeile und das Aufgreifen einer vermeintlichen Stimmung, um im Kommunalwahlkampf zu punkten. Das wird nicht funktionieren. Selbst wenn Kritik an der Energiepolitik meiner Partei durchaus ihre Berechtigung hat, so reichen den
Menschen als Antwort auf die veränderte Lage doch solche Phrasen und Parolen, wie Sie sie irgendwo abgeschrieben haben nicht. Dazu ist das Thema zu kompliziert und zu ernst. Es mag in Ihrer „Aktion“ auch der Ärger über die eigene Partei stecken, denn die Kanzlerin hat trotz ihrer Entscheidung im vergangenen Jahr nun den Mut gezeigt, die sofortige Abschaltung von Atomkraftwerken zu veranlassen und damit den Wunsch der Bevölkerung nachzukommen. Niemand hat vergessen,
dass die SPD in ihrer Regierungszeit diesen Schritt nicht gegangen ist. Da nützt es auch nichts, am kommenden Wochenende den Kommunalwahlkampf zu instrumentalisieren und Unterschriften
zu sammeln. Eine Katastrophe diesen Ausmaßes für Wahlkampfattacken zu missbrauchen ist abstoßend und unangemessen.

Die CDU Gelnhausen wird für die verbliebenen zwei Wochen den Rest ihres Wahlkampfbudgets nicht ausgeben. Stattdessen werden unsere Mitglieder und Mandatsträger spenden. Ich rufe die Bürgerinnen und Bürger ebenfalls dazu auf, Solidarität mit dem japanischen Volk zu üben. Es ist
bewundernswert und verlangt Hochachtung, wie die Menschen dort diszipliniert und ohne in Panik zu verfallen die Zerstörungen und jetzt noch beginnend das Winterwetter ertragen. Hätten Sie anstatt die Menschen dort für Ihre Polemik zu missbrauchen und mit Ängsten bei unserer
Bevölkerung zu spielen, einen Spendenaufruf gestartet, dann wäre das ein wirklich gutes Signal gewesen. Das haben Sie verpasst.

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